Reaktion in der Praxis

Vertragsanpassung

Der Vermögensverwalter kann mit dem Kunden eine Vereinbarung über die Retrozessionen treffen, wonach der Auftraggeber auf die Ablieferung bestimmter, auch künftig anfallender Werte verzichtet. Damit eine solche Regelung gültig ist, muss der Auftraggeber jedoch wissen, worauf er verzichtet, d.h. er muss über die konkret anfallenden Retrozessionen informiert sein. Der Kunde muss somit über die folgenden Punkte informiert werden:

  • Retrozessionssatz
  • Anzahl der zu erwartenden Transaktionen
  • Ungefähres Transaktionsvolumen

Nur aufgrund dieser Informationen kann der Auftraggeber die anfallenden Retrozessionen abschätzen und darauf verzichten.

Allerdings ergeben sich beim Bestreben, eine Vereinbarung abzuschliessen, welche alle diese Anforderungen erfüllt, je nach Konstellation unterschiedliche Probleme:

Verzicht bei Abschluss

Der Vermögensverwalter muss dem Auftraggeber den konkreten Retrozessionssatz sowie den Umfang und das Volumen der Transaktionen bekannt geben. Problematisch hierbei ist, dass das Volumen sowie die Anzahl der Transaktionen schwer abschätzbar, da auch von der Marktentwicklung abhängig sind. Sinnvoll wäre es hier, die zu erwartenden Retrozessionen auch betragsmässig zu beziffern. Es wäre damit klar, dass der Kunde künftig bei einem übersteigenden Betrag erneut informiert werden müsste.

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Natürlich wäre der vorgängige Verzicht unwirksam, wenn der Vermögensverwalter vorwiegend aus Eigeninteresse handelt und unnütze Transaktionen tätigt, nur um Retrozessionen zu generieren (sog. Churning).

Laufende Genehmigung durch den Kunden

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass der Vermögensverwalter dem Auftraggeber mittels regelmässiger Abrechnungen über die bezogenen Retrozessionen Rechenschaft ablegt und den Kunden auffordert, diese zu genehmigen. Damit verbunden ist ein etwas grösserer Aufwand und eine gewisse Unsicherheit seitens des Vermögensverwalters, wie hoch seine Einnahmen ausfallen werden.

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